NorwegenJanuar 20266 min

Der Fjord lehrt Langsamkeit

Neun Tage auf einem Holzboot im Hjørundfjord. Was passiert, wenn man das Telefon zumacht.

Von Sigrid Halvorsen

Der Fjord lehrt Langsamkeit

Die erste Nacht im Hjørundfjord ist immer schwer. Die Gäste kommen aus Berlin, London oder Zürich, ihre Uhren ticken noch nach E-Mail-Rhythmus. Zwei Tage später ist das Telefon aus, ohne Diskussion.

Der Fjord verändert Menschen, indem er ihnen nichts anbietet. Kein WLAN, kein Programm, kein Push. Nur Wasser, Wand, Wetter. Nach vier Tagen erzählen die meisten von Dingen, die sie seit Jahren nicht gesagt haben.

Wir fahren mit einer restaurierten Jagt aus dem Jahr 1937. Der Motor ist leise genug, dass man Seeadler hört, bevor man sie sieht. Der Koch an Bord kocht ausschließlich, was am Vormittag gefischt oder gepflückt wurde.

Der wertvollste Moment der Reise ist meist ein leerer Nachmittag. Kein Ausflug, kein Guide, kein Plan. Man liegt auf Deck, hört den Wasserfall an der Sunnmøre-Wand — und begreift, dass das genug ist.

Dieser Text erschien im Journal des Fernweh Ateliers. Alle Reisen, Programme und Partner werden von unseren Experten geplant und begleitet.

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